Digitalism On Tour
Es gibt jede Menge Rockbands, die Musik für die Tanzfläche machen. Digitalism dagegen haben sich auf elektronische Musik spezialisiert, zu der sich wunderbar rocken lässt. In den letzten zwei Jahren haben sie sich als die Experten für Indie-Remixversionen etabliert und sich in dieser Kapazität mit beeindruckenden Ergebnissen die Klaxons, The Test Icicles, Cut Copy und die Futureheads vorgenommen.
Digitalism stammen aus Hamburg. Isi, in Deutschland geborener Sohn türkischer Einwanderer, lernte Jens, Kind einer liberal eingestellten deutschen Familie, in einem Plattenladen namens Underground Solution kennen. Gegen Ende der Neunziger war Jens Moelle der erste, der dort einen Job bekam. Als er sich eine Auszeit nahm, um sich stärker auf die Schule konzentrieren zu können, sprang Isi für ihn ein. Später kehrte Jens zurück, und die beiden wurden Kollegen: Jens arbeitete im Laden und Isi im angeschlossenen Plattenvertrieb. Über ihre gemeinsame Vorliebe für Dance- und Rockmusik fanden die beiden schnell zusammen. Ihr Studio haben sie in einem Bunker: „Wir trinken, haben Spaß“, sagt Isi, „wir sehen kein Tageslicht und werden nicht abgelenkt; ich denke, unseren Sound verdanken wir dieser Bunkeratmosphäre.“ Ihre Interpretation des Cure-Songs Fire In Cairo - umbenannt in Digitalism in Cairo - gilt als einer der kultigen Re-Edits des Jahres 2006. Es gelang ihnen, eine Freigabe ihrer Version für das Album zu bekommen, was die Platte wohltuend von den üblichen 4/4-Clubalben abhebt. Man braucht sich nur Nummern wie Pogo oder Apollo-Gize von ihrer neuen LP anzuhören, deren lockere, heftig verzerrte, rohe Grooves und nüchtern präsentierte Texte Joy Division oder den Associates ebensoviel verdanken wie Daft Punk und deren Zeitgenossen. Alle weiteren Zweifel werden durch ihre Liveshows ausgeräumt. Im kommenden Sommer dürften Digitalism mindestens so häufig auf Festivals wie in Clubs anzutreffen sein - wie der legendäre Londoner Rockclub-Promoter Sean McClusky, der das Duo erst kürzlich buchte, so treffend sagt: „Digitalism sind bei den Indie-Kids genauso beliebt wie bei Electro- oder Techno-Clubbern.“
Live zu hören und zu sehen:
22.06.2007 München – Shining Festival im Rasthaus Felden am Chiemsee
01.07.2007 Hanau – Love Family Park Festival
14.07.2007 Ferropolis – Melt! Festival
04.08.2007 Dresden – Showboxx Open Air Festival


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