Über den Zusammenhang zwischen Groove und politischer Rede
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Manchmal passen Inhalt und Veröffentlichung perfekt zusammen. Dies gilt für das Mutimediaprojekt der Gruppe Die Redner, die mit der JFK-Show Live in Berlin, herausgegeben als Film und Buch einen aktuellen Beitrag zur Wahl von Barack Obama zum nächsten US Präsidenten abliefern.
Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit Reden von bedeutenden Persönlichkeiten auseinander zu setzen, die sich zu Fragen des Friedens geäußert haben. Hierfür erarbeiten sie jeweils eine eigene Performance, die durch musikalische und visuelle Mittel Bezug auf inhaltliche, klangliche und rhythmische Aspekte nimmt, aber auch auf die Person des Redners, seine Rolle und seine Geschichte.
Die Vertonung und visuelle Bearbeitung der Rede, die John F. Kennedy am 10. Juni 1963 an der American University in Washington D.C. gehalten hat, bildet den Auftakt des Projekts. John F. Kennedy - der wohl erste Präsident des Medienzeitalters -war sich sehr über bewusst über die Wirkung von Inhalt, Auftreten und Person in den Medien.
Die Redner (im Mittelpunkt der Schlagzeuger Oliver Strauch) greifen bei der Vertonung auf unterschiedliche Stilmittel zurück. Natürlich der Jazz – prägender Style der europäischen Nachkriegsjugend, dazu aber auch elektronische Elemente, die die Rede Kennedys noch mehr pointieren, auf den Punkt bringen. Perfekt wird das Ganze durch die visuelle Umsetzung durch Florian Penner (spielt auch den Kontrabass). Auf der dreigeteilten Projektionswand entsteht so ein Gemisch aus Wörtern, Animationen, Bildern und Filmausschnitten. Damit das ganze funktioniert, muss die Orginalrede von Kennedy schon einen gewissen Groove haben, etwas das Politikern heutzutage kaum “unterstellt” werden kann. Oliver Strauch dazu: “Die Art, wie dieser Mann formulierte, sein Timing, die Phrasierung noch so winziger Details, das Timbre seiner brüchigen Stimme, die trotzdem an Aussage und Klarheit keinen Zweifel aufkommen ließ - all da hat mich in direct line erwischt.”
Visionär war die Rede Kennedys vor allem wegen ihrer Vision vom Weltfrieden und der Verständigung mit dem Ostblock, dies in Zeiten des kalten Krieges. Das Buch / DvD ist allen (vor allem Schulen und Bildungseinrichtungen!) zu empfehlen die wissen wollen warum es den US-Amerikanern immer wieder gelingt sich neu zu erfinden. Ein großes Lob gilt dem Verlag Kunstanstifter, der dieses ambitionierte Projekt in einer ansprechenden Form publiziert hat. Die DvD enthält zahlreiche Extras u.a. eine Diskussion zwischen der Band und Schülern der Berliner JFK Schule.
Ulf Engelmayer
Die Redner JFK-Show Live in Berlin
Film und Buch
Herausgeber: Soenke Zehle
ISBN 978-3-9811465-7-8 (ca. 29EUR)
www.die-redner.de
www.kunstanstifter.de
www.jazznarts.de



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