Mike Davis: Planet der Slums
Es gibt Bücher, die gehören zur Pflichtlektüre für alle, die wissen wollen wie der Zustand der menschlichen Gesellschaft ist. Der amerikanische Autor Mike Davis zeichnet in “Planet der Slums” ein düsteres, hoffnungsloses Bild. 3,2 Milliarden Menschen leben zur Zeit in den Städten, mehr als die Weltbevölkerung im Jahre 1961 zählte. Der größte Teil von ihnen führt ein recht- und trostloses Leben in Bretterbuden, verrotteten Hochhaussiedlungen, auf Friedhöfen oder umweltverseuchten Randgebieten der großen Metropolen. Ohne Minimalversorgung wie Wasser oder sanitäre Anlagen, völlig der Willkür lokaler Clans, korrupter Lokalpolitiker, Militärs oder Streetgangs unterworfen. Davis beschreibt mit zahllosen Fakten und Zahlen diese Zonen abseits formeller Regelungen. Er schreibt: »Weder in der klassischen Sozialtheorie, weder bei Karl Marx noch bei Max Weber oder in der neueren Modernisierungstheorie wurde vorausgesehen, was sich in den Städten innerhalb der letzten 30 oder 40 Jahre entwickelt hat. Nirgendwo wurde die Herausbildung einer riesigen Klasse hauptsächlich junger Menschen vorausgesehen, die in Städten lebt, keine formelle Anbindung an die Weltökonomie hat noch irgendeine Chance, diese jemals zu bekommen. Diese informelle Arbeiterklasse ist nicht das ›Lumpenproletariat‹ von Karl Marx und sie ist nicht der ›Slum der Hoffnung‹. Diese informelle Arbeiterklasse repräsentiert eine von der Theorie völlig unvorhergesehene, beispiellose Entwicklung.«
Planet der Slums ist bei Assoziation A erscheien und kostet 20.00 €. In der aktuellen Ausgabe der Pony ist eine ausführliche Kritik zu diesem Buch zu finden.



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