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Christina Ohlsson – Aschenputtel – Thriller

Bloged in Buchkritik von admin Sonntag Januar 15, 2012

Kristina Ohlsson - AschenputtelSara Sebstiansson ist mit ihrer kleinen Tochter Lilian im Schnellzug von Göteborg nach Stockholm unterwegs, als der Zug außerplanmäßig auf einem Bahnhof halten muss. Lilian liegt auf dem Sitz und schläft. Sara verlässt das Zugabteil um auf dem Bahnhof ein Telefongespräch zu führen. Sie wird von einer jungen Frau angesprochen und um Hilfe für einen kranken Hund gebeten. Dadurch verpasst Sara den Zug. Sie informiert die Bahn darüber, das ihre Tochter allein im Zug ist und sich jemand um sie kümmern soll. Dann fährt Sara mit einem Taxi dem Zug hinterher nach Stockholm. Als der Zug im Bahnhof ankommt ist Lilian verschwunden und obwohl der ganze Zug und das Gebäude abgesucht werden, wird das Kind nicht gefunden. Die Polizei wird eingeschaltet, Sara Sebastiansson wird zu ihrem privaten Hintergrund befragt.  Sie lebt von Lilians Vater getrennt. Bei der Polizei liegen bereits Anzeigen gegen Saras Ehemann wegen Misshandlung an seiner Frau vor. Bislang hatte er alle Anschuldigungspunkte zurückgewiesen und konnte für die angegebenen Tatzeiten Alibis vorweisen. Die Polizei leitet die Suche nach ihm ein.
Sara ist inzwischen zu Hause, als sie ein Paket erhält. Darin findet sie lange, abgeschnittene, wellige Haarsträhnen von ihrer Tochter.
Die Polizei sucht mit Hochdruck nach Saras Mann. Seine Mutter weißt alle Vorwürfe die Sara gegen ihren Sohn vorgebracht hat entschieden zurück.
In der Polizeizentrale ist für Hinweise  zum Verschwinden von Lilian ein Telefon eingerichtet worden. Eine Frau meldet sich dort und behauptet sie weiß wer das Kind entführt hat. Ein Mann der schlimmes getan hat und der genau das tun wollte. Er wollte Gerechtigkeit wiederherstellen, es gibt Frauen die ihre Kinder nicht verdienen. Diese Frauen sollen ihre gerechte Strafe bekommen. Die Frau will anonym bleiben.
Kurz darauf wird die Leiche von Lilian auf einem Parkplatz gefunden. Auf ihrer Stirn steht „unerwünscht“. Dann verschwindet ein zweites Kind.
Kristina Ohlsson stammt aus Südschweden. Sie studierte Politikwissenschaften. Aschenputtel ist ihr erster Roman.
Ein atmosphärisch dicht beschriebener Thriller, der bisweilen Entsetzen auslöst und doch zum Weiterlesen zwingt. Schon im ersten Kapitel wird schemenhaft der höchst pathologische Täter vorgestellt. Immer wieder taucht die Person auf und die Handlungen werden kurz angerissen. Das Umfeld in diesem Roman birgt viele Möglichkeiten des Verdachts und bindet den Leser an das Buch. Ein bemerkenswertes Erstlingswerk.

Text: Jutta Engelmayer
Kristina Ohlsson – Aschenputtel, gebunden, 474 S, 19,99€
Limes Verlag, 31.10. 2011, ISBN 978-3-8080-2591-7

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