Airen – I am Airen man – Roman
Was soll man über ein Buch sagen, das zum Thema die Exzesse eines jungen Mannes hat, der sich nach zwei wilden Jahren in Berlin (Berghain etc.) beruflich verändert und dadurch in den schwülen Nächten von Mexico City nach neuen Sex- und Drogenabenteuern sucht. Nachdem er dort die Liebe seines Lebens kennengelernt hat, verschlägt es ihn am Ende des Buches in die bayrische Provinz nach Rosenheim. Airen – da war doch mal was, wird sich mancher fragen. Richtig: das war der Blogger aus dessen Blog sich die Autorin Helene Hegemann mit Hilfe von Paste & Copy großzügig für ihren Bestseller „Axolotl Roadkill“ bedient hat. Der Aufruhr der anschließend in den deutschen Feuilletons folgte führte dazu, das Airen seine nächtlichen Trips durch Berlin im Buch „Strobo“ selbst vermarktete. „I am Airen man“ ist die konsequente Fortsetzung. Und: der Mann kann schreiben. Er kann deshalb schreiben, weil er etwas erlebt, etwas durchlitten hat. Er hat die Euphorie der Nacht, befeuert durch Technomusik und Drogenkonsum und die tiefen Abstürze am nächsten Tag erlebt. „Der Rausch liegt in der Luft, bildet sich in unseren Köpfen und an diesem Freitagabend genügt dann schon ein Funken Tequila, um alles in Brand zu setzten“ schreibt Airen. Für ihn ist die Hölle, so viel steht von Anfang an fest, nicht der Absturz, sondern das Mittelmaß. Klartext ist im Buch angesagt, wer auf kompromisslose Literatur steht, sollte sich mit „I am Airen man“ befassen.
Der Autor ist im Netz Blogger beim Musikexpress. Dort sind seine Erlebnisse unter „Attacke Azteka“ zu lesen.
Text: Ulf Engelmayer
Airen, I am Airen man, Roman, TB, 169 S., 8,99€
Heyne Hardcore, 2011, ISBN 978-3-453-67599-5




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