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“Wir bauen Europa neu”: Attac-Buch zeigt Alternativen

Bloged in Aktivisten, Das politische Buch von admin Montag Mai 11, 2009

Inmitten globaler Krisen - der Finanz- und Wirtschaftskrise, der Lebensmittel- krise und des Klimawandels - steckt die Europäische Union in einer tiefen demokratischen Legitimationskrise. Die Regierungen sind mit dem Projekt einer aggressiven, marktliberalen, und unökologischen Union mehrfach an den Bevölkerungen gescheitert.
Viele politisch engagierte Menschen diskutieren seit Jahren intensiv über ihre Vorstellungen von einem demokratischen, sozialen, ökologischen und friedlichen Europa. Das Buch “Wir bauen Europa neu” von Attac Österreich greift diese Diskussion auf und ruft die Leserinnen und Leser dazu auf, sich aktiv am demokratischen Neubau des Hauses Europa zu beteiligen. “Wir bauen Europa neu” beschreibt konkrete Alternativen in allen Politikbereichen und lässt die Autorinnen und Autoren ihre ganz persönlichen Visionen von der idealen EU darlegen.
Auf 200 Seiten versammelt das im Residenz-Verlag erschienen Buch dabei unter anderem Texte von Christian Felber, Gerald Häfner, Gerhard Jagschitz, Helga Kromp-Kolb, Wolfgang Machreich, Freda Meissner-Blau, Manfred Nowak, Martin Rümmele, Gabriele Sorgo, Aurélie Trouvé und Petra Ziegler.
 

Jägerlatein: Lobbyismus vs. Logik

Bloged in Aufreger der Woche, Local Shit von admin Sonntag Mai 10, 2009

Landesjägertag in Duderstadt: “Jäger warnen vor Schnellschüssen” textet munter das Göttinger Tageblatt dazu. Klar das auf solchen Treffen die diskutierte Verschärfung des Waffenrechts von den Verbandsfunktionären scharf zurückgewiesen wird. „Wir bewahren unsere Waffen sicher auf und gehen verantwortungsbewusst damit um“ , heißt es da. Das die Jäger nicht zur Gruppe der gesellschaftskritischen bzw.  selbstkritischen Mitbürger gehören, darf man wohl als bekannt voraussetzen. Dennoch sollten sie sich einmal mehr mit ihren eigenen Jagdfreunden befassen. “SEK stürmt Hof von Jäger” und “Jäger erschießt Frau und Kinder”, dies sind nur zwei Schlagzeilen aus dem Monat März diesen Jahres. Von kuriosen Jagdunfällen mit der Waffe ganz zu schweigen. Gemessen an den 0,3 % der Bevölkerung, die dem “Jagdvergnügen” nachgehen, ist der politische Einfluss dieser Lobbyistengruppe extrem hoch. “Demokratisch privilegierte Schützengesellschaft” nennt dies Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung. Die Folge: Paintball wird verboten (ist kein Problem da es martialisch und exotisch daherkommt), die echten Waffenschränke bleiben weiter gut gefüllt.

radio lounge shop geht an den Start!

Bloged in In eigener Sache von admin Donnerstag Mai 7, 2009

Aufgrund von vielen Nachfragen zu einzelnen Tracks in unserer radioshow haben wir uns entschlossen einen Shop bei Amazon einzurichten der auch die Download Möglichkeit von einzelnen mp3s bietet.
Look and listen! 

“Die Musikindustrie ist nicht böse, die Musikindustrie ist blöde”

Bloged in Local Shit von admin Sonntag Mai 3, 2009

Tim Renner und Jan Strümpel

Es war ein spannender und launiger Abend im  voll besetzten Literarischen Zentrum Göttingen. Zu Gast war Tim Renner der ehemalige Chef der Universal Music Group Deutschland, Journalist, Buchautor und jetziger Macher des Radiosenders Motor FM. Renner hat eine steile Karriere hinter sich: vom Herausgeber eines Kassetten Fanzines bis zum CEO eines Medienkonzerns. Klar das es mit dem Moderator des Abends, dem Lektor des Stiel Verlags Jan Strümpel viel zu besprechen gab.
Goldpartys in exklusiven Locations um den Künstler zu überraschen, hohe Verkaufsgeschwindigkeiten von immer neuen Acts in der Hochphase des Techno – das war noch die Boomzeit der Musikindustrie. Hier konnte schon eine Promo per Telefon reichen, um einen Plattenvertrag zu bekommen. Der Niedergang kam mit der zunehmenden Möglichkeit des Verbrauchers herkömmliche Vertriebswege zu umgehen, um an Musik zu kommen. Während die Musikindustrie noch verzweifelt an alten Geschäftsmodellen festhielt, nämlich dem Zwangsdownload von kompletten Alben, suchte sich der Konsument schon neue Wege, so Tim Renner, Nicht die Musikpiraterie im Netz sondern die Unfähigkeit der Industrie im Umgang mit neuen Technologien war die Hauptursache für den Einflussverlust der Majors. Je erfolgreicher ein Unternehmen zunächst ist desto mehr wird es der Wirtschaftslogik unterworfen und die Leitung so eines Konzerns entfremdet sich zwangsläufig vom Gegenstand ihres Interesses. Renner gilt als Prophet der Digitalisierung und hat in vielen Punkten recht behalten. Wahrscheinlich auch mit seiner Einschätzung bezüglich der Buchverlage zum Ende der Veranstaltung. Die Verlage müssen  sich von der Vorstellung verabschieden, dass sie das geistige Eigentum eines Dritten besitzen könnten – der Künstler ist die Marke nicht das Label. Sollte das e-book eine ähnliche „Sexyness“ wie der ipod entwickeln,dürfte die Buchbranche wohl ein Problem bekommen.

Infos zu Tim Renner:
Sein sehr lesenswertes Buch über die Musikindustrie (Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm!) ist bei Rogner & Bernhard wieder aufgelegt worden und wird exklusiv über 2001 vertrieben.
http://www.tim-renner.de
http://www.motor.de/motorblog/tim.renner

Literarisches Zentrum  Göttingen

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