Diskussion über die Razzia bei Heaven & Hell
Zwei Stunden dauerte die Livediskussion im Göttinger StadtRadio über die Geschehnisse (s.u.) bei der letzten Heaven & Hell Party im Haus der Kulturen. Zu Wort kamen unter anderem Party Gäste, die Veranstalter und als Vertreter der Polizei Herr Freyberg von der Drogenprävention. Trotz intensiver und kontrovers geführter Diskussion bleibt die Faktenlage sehr dünn: Aufgrund der Razzia wurden 100 Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet (68 mal Speed, 19 Mal Cannabis, zehn mal XTC). Die aus der erkennungsdienstlichen Behandlung aller Gäste gewonnenen Daten sollen bei den als “unschuldig” geltenden Besuchern ab 14.12. gelöscht werden. Die zahlreichen dienstaufsichtsbeschwerden, die bei der Polizei eingegangen sind, werden zur Zeit bearbeitet und konnten wegen des laufenden Verfahrens während der Sendung diskutiert werden. Fazit: Über die Verhältnismässigkeit der Aktion muss man nach der Diskussion noch mehr Zweifel als vorher haben, unklar blieb welche wirkliche Gefahrenlage zu dieser rigorosen Maßnahme den Anlaß gegeben hat. Der Verdacht läßt sich nicht ausräumen, dass es hier in erster Linie um eine massive Verunsicherung der elektronischen, unabhängigen Musikszene in Göttingen ging. Ob damit eine sinnvolle nachhaltige Drogenprävention betrieben werden kann, darf bezweifelt werden. Die Geschichte der Subkulturen zeigt das es gerade zwischen Musik und illegale Drogen immer einen Zusammenhang gegeben hat. Um so wichtiger ist, das die Szene selbst darüber eine Debatte führt, wie sie in Zukunft mit dem Problem umgehen will. Die gemeinsame Diskussion am Freitag war zumindest ein guter Anfang. Sendung verpasst? Hier als Podcast


