Filmfest Hamburg eröffnet mit Fatih Akins „Soul Kitchen”.
Rund drei Wochen vor dem Beginn des Filmfests Hamburg präsentierte der Leiter Albert Wiederspiel die Höhepunkte des Programms. Veranstaltungsort der Pressekonferenz war erstmals das Café Leonar am Grindelhof - übrigens ganz in der Nähe des Abaton-Kinos, welches neben dem CinemaxX, dem Metropolis/Savoy und dem 3001-Kino auch dieses Jahr wieder einer der Hauptspielstätten für das diesjährige Filmfest darstellt. Nach rund sieben Jahren ist nun endlich auch das Zeise-Kino in Altona wieder mit dabei, früher bekanntlich eine der Hauptspielstätten des Filmfestes (und quasi „Geburtsstätte“ des Festivals in den 1990er Jahren).
Wie üblich konnte Filmfestleiter Wiederspiel auch diesmal wieder mit einer Rekorden und Erfolgsmeldungen aufwarten: 142 Filme aus 42 Ländern werden vom 24. September bis zum 3. Oktober 2009 gezeigt – viele davon als Deutschland-, Europa- oder Weltpremieren. Erstmals dauert das Filmfestival diesmal 10 Tage – und damit zwei Tage länger als bisher. Einer der Hauptgründe sei neben der beabsichtigen Programmausweitung und der besseren Verteilung der attraktiven Hauptfilme auf die einzelnen Spieltage auch der Wunsch gewesen, den erfahrungsgemäß gerne vom Publikum genutzten Feiertag zur deutschen Einheit, den 3. Oktober, als Abschluss-Spieltag mit nutzen zu können.
Wie immer wird eine bunte Programmpalette präsentiert, aufgeteilt u.a. in die aus den letzten Jahren bereits bekannten Reihen „Agenda 09“, „Voilà!“, „Vitrina“ und „TV-Spielfilme im Kino. Neben etlichen Newcomern und noch nicht so bekannten Regisseuren finden sich aber auch allseits bekannte Namen wie Woody Allen oder die chinesische Locarno-Gewinnerin Xiaolu Guo. Neu hinzugekommen sind die Sektionen „Nordlichter“ und „eurovisuell“. Einem eigenem Schwerpunkt ist dieses Jahr den hierzulande zumeist noch wenig bekannten Filmproduktionen aus Neuseeland gewidmet („Neuseeland deluxe“) - hier werden auch einige ältere Filme zu finden sein, die bisher noch nicht in unseren Kinos zu sehen waren.
Eröffnet wird das Filmfest am 24. September mit einem neuen Werk von Fatih Akin, „Soul Kitchen“, passender Weise einem in Hamburg spielenden Film. Dieses Werk gehört ebenfalls zum neuen Fokus „Pulsierende Metropolen“, indem eine Auswahl von 12 internationalen Spiel- und Dokumentarfilmen zu sehen sein werden, die laut dem Kurator der Reihe, Claus Friede, „Metropolen mit ungeheuren Gegensätzen“ gewidmet seien: Hier sollen aktuelle globale Entwicklungen und Veränderungen dargestellt werden, die aus sehr unterschiedlichen Perspektiven urbanes Leben wiederspiegeln. Die globale Wirtschaftskrise hat übrigens auch für dem Filmfest Hamburg nicht Halt gemacht: Etliche Geld-Sponsoren seien laut Festivalleiter Albert Wiederspiel in diesem Jahr leider verlorengegangen, um so mehr freue man sich darüber, dass die meisten Sach-Sponsoren dem Festival treu geblieben seien. Als Novum wurde auch u.a. ein eigener Web-Blog für das Filmfest angekündigt - und auch das “7. Michael Kinder & Jugend-Filmfest” wird wieder zeitlich parallel stattfinden. Lassen wir uns also überraschen, was uns den 10 Festivaltagen an Highlights sowie Neu- und Wiederentdeckungen erwartet.
Volker Reißmann



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