“Korrespondenzen” auf dem Filmfest Hamburg.
Wie immer auf Festivals, wird das im dunklen Kinosaal erfahrene, zwischen den Vorstellungen weitergesponnen.
1. Schrott und Müll.
Ist das eine Metapher für den Zustand, mit dem unsere globalisierte Welt zurecht kommen muß? In CARCASSES lebt der Protagonist auf dem Schrottplatz wie ein Gärtner. In einem fast paradiesisch zu nennenden Zustand. Er weiß den Ort zu nutzen. In EXAMINED LIFE hält Slavoj Sizek auf der Müllhalde einen Monolog über Ökologie und das entäußern von Müll. In SHE, A CHINESE macht sich eine junge Chinesin auf, um einer Existenz, in der es in ihrer Provinz nur eine Arbeit auf der Müllhalde gibt, zu entkommen. Im goldenen Westen, in London, probiert sie sich in mehreren Lebensentwürfen. Am Ende des Film sieht man sie allein und schwanger auf einer Brücke kauern. Ich denke so alleingelassen und zwischen den Welten fühlen sich nicht nur junge Chinesinnen. Welche Art von Müll und Ballast muss man abwerfen. Was ist nicht nur Müll oder Schrott und läßt sich verwandeln. Brückenbau ist in jedem Fall von Bedeutung. Letzten Endes ist alles eine Art der Sichtweise. Und wir sind uns trotz kultureller Unterschiede vielleicht näher als wir denken. Wir – hier im Westen – grübeln über losgelassenen Individualismus und in Asien wird das konfuzianische Weltbild hinterfragt. Was ist die goldene Mitte? Ein Dialog wäre da nicht übel. Das wäre ja nicht gleichbedeutend mit der Einebnung aller Eigenarten. (weiterlesen…)



