Berlinale 2010: Kanikosen - ein Film von Sabu
Kanikosen aus Japan ist eine ungewöhnliche Produktion, die etwas an die Kulissen des ersten Science-fiction-Films Metropolis erinnert, welcher ja renoviert und am Freitag auf großer Leinwand vor dem Brandenburger Tor und zeitgleich auf arte gespielt wurde. (Aber das ist eine andere Geschichte.)
Kanikosen spielt auf einem Schiff, genauer in seinem Bauch. Dort befindet sich eine Fischfabrik, in der die Arbeiter drangsaliert werden, brutal zur Arbeit angetrieben von einem Aufseher, der auch den Kapitän befehligt. Ihr Schicksal zu verändern heißt zu protestieren, zu streiken, zu flüchten oder kollektiven Selbstmord zu begehen.
Ideen für eine andere Art zu leben entstehen aus Träumen, die sich einige dieser Arbeiter bildreich ausmalen und aus den Erlebnissen von zweien, die vorübergehend Gäste auf einem sowjetischen Schiff sind, wo gut gegessen und gefeiert wird. Als Vorlage dient ein Werk der Arbeiterliteratur aus den Zwanziger Jahren, das aktuell in Japan zum Bestseller wurde. Simple Handlung, langweilig ? Keine Spur. Durch den Verzicht auf große äußere Abwechslungen wird sichtbar und spürbar, was in den Protagonisten vorgeht.
von Thomas Borowski




