Die Filmkritik: E-Love
Sie kennen doch diese Altersfreigaben ab 12 – ab 16 der Freiwilligen Selbstkontrolle FSK? Also diesen Film -E-Love- würde ich ab 40 freigeben. Oder besser gesagt, es ist ein Ü40-Film. Weil ein Thema angesprochen wird, das man erst in der Lebensmitte so richtig versteht.
In E-Love geht eine Beziehung auseinander. Einer der Beiden fühlt sich „wie im Kreis drehend“ - so drückt sich hier der Ehemann nach 20 Jahren Ehe aus. Will erstmal Abstand. So weit nichts Neues – das kam schon öfter vor – auch in Filmen. Aber was nun?Paule, die Verlassene, sucht mit Ermutigung durch Schwester und Freundin und durch die Tochter im Teenageralter per internet, also Partnervermittlungsbörse, nach interessanten Männern übers Netz. Nouvelle Vague (frz.: „Neue Welle“) ist eine Stilrichtung, die im französischen Kino der späten 1950er Jahre entstand. Diese wand sich gegen die gegen die Verbiederung und die Vorhersehbarkeit des französischen Qualitätskinos (cinéma de qualité) und propagierten vor allem Filme von Regisseuren wie Alfred Hitchcock oder Roberto Rossellini. (Wie sich der Kreis schließt: Rossellini (”Rom, offene Stadt”) hatte mit der schwedischen Schauspielerin Ingrid Bergman (”Casablanca”) eine Tochter: Isabella Rossellini – die dieses Jahr Präsidentin der Berlinalke-Jury ist.
Hier also -in dieser „neuen Welle“- sind die Verläufe eben nicht vorhersehbar. Und in E-Love kann man mehrfach überrascht werden. Immer wenn man sich sicher fühlt. So wie nach 20 Jahren Ehe. Anne Cosigny spielt die Paule – tragende Rolle des Films – wirkllich gut. Dafür würde ich den Silbernen Bären vorschlagen – wenn es denn ein Wettbewerbsfilm wäre. Allein – er wird im Forum gezeigt. Unter der Überschrift Familien – Beziehung – Identität. Will hoffen, daß sich ein Verleiher für den deutschsprachigen Raum findet. Lohnt sich. E -Love .
Text: Thomas Borowski



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