Berlinale 2010: Imani - ein Film von Caroline Kamya
Imani spielt an einem ganz normalen Tag in Uganda. Genauer in seiner Hauptstadt Kampala und ihren Vororten.
Für drei Menschen ist dieser Tag aber etwas Besonderes.
Eine auf dem Land offenbar alleinerziehend lebende Frau fährt täglich zu ihrer Arbeit als Hausangestellte. Dies allein vermittelt deutlich die Diskrepanzen Arm -Reich und Stadt – Land. Sie muß ihre Schwester, die vom Ehemann schlecht behandelt wird, aus den Fängen der korrupten Polizei freikaufen.
Ein früherer Kindersoldat soll nach einem längeren Aufenthalt bei Sozialarbeitern in sein früheres Dorf zurückkehren. Ein Kind mit vergessener Kindheit ohne Jugend. Und in seine Familie. In das Dorf, das wie seine Einwohner vom Krieg Schäden behalten haben. Ein Jugendlicher, der offen ar andere zum Breakdance angestiftet hat, soll mit seiner Gruppe auftreten. Bevor es dazu kommt, muß er sich mit einem alten Kumpel auseinandersetzen. Dieser ist mittlerweile zum Jugendbanden – King aufgestiegen.
Es sind also drei Episoden verpackt, denen man gut folgen kann. Der Zuschauer erhält einen interessanten Einblick in das gegenwärtige Uganda. Ein Jahr ohne Bürgerkrieg. Reiche und Arme. Ländliche und städtische Lebenswirklichkeiten. Kindersoldaten und ihr Schicksal. Sozialarbeit als Hilfe zum normalen Leben zurückzufinden. Recht der Stärkeren. Unterdrückung von Frauen. Gezeigt ohne Pathos, ohne Oberflächenmitleid. Sondern als Möglichkeiten, sich anders zu entscheiden und wieviel persönliche Mühe es kostet, sich der Korruption, der Unterdrückung, dem Faustrecht, entgegenzustellen. Einen anderen Weg gehen. Könnten wir uns in Europa vielleicht ne Scheibe von abschneiden.
Ein Film, der inhaltlich und durch seine Darsteller überzeugt. Eine bemerkenswerte Produktion des jungen afrikanischen Kinos.
Unbedingt ansehen!
von Thomas Borowski




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