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Überblick Teddy-Award 2008

Bloged in Teddy Award von admin Samstag Februar 16, 2008

Teddy für den besten Spielfilm: The Amazing Truth about Queen Raquela Foto: Berlinale

Der Teddy-Award ist der Preis an dem jedes Jahr alle lesbischen, schwulen und transidentischen Filme der Berlinale teilnehmen. Eine Jury mit 8 Organisatoren von lesbisch-schwulen Filmfestivals in der ganzen Welt hat in 6 Tagen ca. 40 lange und kurze Filme gesehen und vergibt Preise in den Kategorien Kurzfilm, Spielfilm und Dokumentarfilm. Zusätzlich gibt es Spezialpreise und einen Zuschauerpreis.  Auffallend war in diesem Jahr ein extrem schwacher Spielfilmwettbewerb aus dem nur wenige Filme erwähnenswert sind. Und zwar „Otto; Or up with dead People“, ein bizarrer, aber äußerst origineller schwuler Zombiefilm des legendären Regisseurs Bruce La Bruce, in dem der Zombie Gedärme mit Genuss ist, aber auch gegen schwulen Sex nichts einzuwenden hat.

Außerdem sehenswert ist „The Amazing Truth about Queen Raquela“. Ein kurzweiliger isländischer Film, der die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm verschwimmen lässt. Der philippinische Ladyboy „Raquela“ spielt seine eigene Story, die übers Internet nach Europa führt,und das mit sehr viel Charme und Witz. Erneut im Wettbewerb ist Zero Chou aus Taiwan, die im letzten Jahr den Teddy Award für ihren Film „Spider Lilies“ gewann. Ihr neuer Film besteht aus 3 Geschichten. Darin erzählt sie über vielfältige Formen der Liebe, Traumata der Kindheit, Begehren, Sehnsucht, Verlust und Tod. Die italienisch-marokkanische Produktion „Corazones des Mujer“ erzählt von den Erlebnissen einer nordafrikanischen Transsexuellen auf einem Trip durch Marokko. Mit 11 Filmen im Wettbewerb ist die Dokumentarfilmauswahl so groß wie nie, wenn auch die Qualität nicht immer überzeugt. So stieß das Konzept von Rosa von Praunheims Dokumentation „Tote Schwule – Lebende Lesben“ vielfach auf Unverständnis. Der Regisseur kombiniert in dem Film Portraits inzwischen verstorbener Schwuler, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, mit Portraits von Lesben aus Berlin. Eines der Highlights war aber das Portrait „With Gilbert & George“, das über 18 Jahre die britischen offen schwulen Künstler Gilbert & George begleitet hat und tolles Bildmaterial enthält. Das Thema Homosexualität und Iran wird auf  unterschiedliche Weise gleich in 3 Filmen behandelt. Dabei überzeugen vor allem „A Jihad for Love“ und „Be Like Others“. Letzterer thematisiert, dass im Iran Homosexualität verboten ist, während Transsexualität erlaubt ist. Daher sehen viele Schwule und Lesben mit einer Geschlechtsanpassung die einzige Möglichkeit für ein Leben ohne Diskriminierung.„Derek“ mit Tilda Swinton portraitiert den legendären britischen Regisseur Derek Jarman, der vor 14 Jahren an Aids gestorben ist. In „East/West – Sex & Politics“ geht es um die Ereignisse rund um die Versuche eine schwul-lesbische Demonstration in Moskau abzuhalten. In „Suddenly Last Winter“ berichtet ARTE-Moderator Gustav Hofer mit sehr viel Humor von seinem Kampf für die Homoehe in Italien, die aber von den Politikern noch verhindert wird. Alles in allem ein sehr interessanter Dokumentarfilmwettbewerb, der dem Spielfilmwettbewerb qualitativ und quantitativ weit überlegen ist.
Joachim Post

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