Forum: Seaview
Der irische FORUM-Beitrag SEAVIEW von Paul Rowland und Nicky Gogan ist nur zu empfehlen. Es handelt sich dabei um eine Doku ueber eine Siedlung am Meer in Mosney. Nach dem Krieg (vor 60 Jahren) als Urlaubscamp gegruendet, ist es heute ein Heim fuer Asylsuchende. Paul Rowley kommt von der Videokunst, das zeigt sich in der Herangehensweise an Innenraeume und Gegenstaende. Die Kamera streift durch die Anlage, spuert der Leere nach und zeigt quietschbunte Architektur und Waescheartikel. In dieser Welt finden sich die Kinder zurecht und bauen sich was auf. Sie haben hier ein Leben. Die Erwachsenen dagegen erzaehlen von ihrer Vergangenheit, von ihren Wurzeln und den Schwierigkeiten, sich in diesem Schwebezustand “Asylanerkennung” zurechtzufinden.
Bis die Antraege der Asylsuchenden durchkommen, dauert es oft Jahre! Sie haben keine Perspektive, die ueber die Oertlichkeiten des Heims in Mosney hinausweisen. Daneben gewinnen Gedaechtnis und Erinnerung an Bedeutung. Das erinnert die FORUM-Macher an ein Zitat aus Walter Benjamins PASSAGENWERK:
“Passagen sind Haeuser oder Gaenge, welche keine Aussenseite haben - wie der Traum”.
Es gibt keinen direkten Kontakt zur irischen Gesellschaft. Sieht man von den Heimbetreuern ab. Nicky Gogan spuert in Gespraechen den Erzaehlungen ueber Flucht und zurueckgelassene Freunde und Verwandte nach. Aber auch dem Einerlei des Alltags im Asylantenheim. Die Kinder sind demgegenueber der Hoffnungsschimmer. Fantasie im Spiel und das Erlernen der neuen Kultur scheinen Grenzen zu ueberwinden. Die Betroffenen und ihre Umwelt sprechen fuer sich. Die Filmemacher halten sich zurueck. Sie geben keine Kommentare ab!
Meike Gastner



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