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Filmfest Hamburg zeigte den neuen Woody Allen: “Whatever Works”

Bloged in Filmfest Hamburg 2009 von admin Freitag Oktober 2, 2009

Whatever Works Foto: Wild Bunch Rights reserved 

Wie in einem interaktiven Theaterstück wird in diesem Film der Zuschauer mit einbezogen - Woody Allen (Drehbuch und Regie) kehrt nach New York zurück und erzählt wortgewaltig die Geschichte die von Boris Yellniknof, (Lary David), einem desillusionierten Quantenphysiker, der sich nach einem fehlgeschlagenen Selbstmordversuch aus der akademischen Welt zurückgezogen hat.
Eines Tages lernt er die junge Ausreisserin Melody (Evan Rachel Wood) kennen und gewährt ihr für ein paar Tage Unterschupf in seiner Wohnung. Er lehrt sie seine zynische Ansicht über die Welt und das Leben und hat in ihr eine naive aber aufmerksame Schülerin. Trotz beträchlichem Altersunterschied entwickelt sich eine Beziehung zwischen den Beiden, die sogar zur Hochzeit führt. (weiterlesen…)

Filmfest Hamburg - Was man noch sehen sollte!

Bloged in Filmfest Hamburg 2009 von admin Freitag Oktober 2, 2009

Das Filmfest Hamburg geht langsam zu Ende, hier ein paar Tips für Freitag:

I KILLED MY MOTHER Eine sehr krasse Darstellung des normalen Wahnsinns der Mutter-Sohn-Beziehung in der Pubertät ist das Regiedebüt von Xavier Dolan. Der 20jährige Kanadier hat neben Produktion, Buch und Regie auch die Hauptrolle in I KILLED MY MOTHER übernommen. Die beiden Protagonisten ersparen sich emotional und verbal nichts. Neben dem sich anbahnenden Unvermögen weiter miteinander zu leben, sorgt das schwule Coming-Out für Unstimmigkeiten. Die Wut über das nicht-verstanden-werden führt beim Helden Hubert zu den merkwürdigsten Fantasien. So ist auch der Titel I KILLED MY MOTHER zu verstehen. Obwohl man ja auch sagt, dass man erwachsen wird, wenn man seine Eltern in einem symbolischen Akt getötet hat. Ich fand den Film von Xavier Dolan sehr ehrlich und unverblümt. Den Mut einen solchen Film zu machen, muss man erst mal haben. Hochachtung!
Läuft: Freitag, 02.10., 19:30 Uhr, ABATON (klein) (franz. mit engl.U)

Zwei sehr zu empfehlende Philosophiefilme sind diesmal im Programm des FILMFESTES HAMBURG.
EXAMINED LIFE Die alten Griechen dachten schon, dass das nicht untersuchte Leben, sich nicht lohnt zu leben. In EXAMINED LIFE läßt die US-Dokumentaristin Astra Taylor Denker und Denkerinnen am Schauplatz New York zu Wort kommen. Peter Singer wandelt über die Fifth Avenue und denkt über Konsum und Ethik nach. Cornel West denkt im Auto über Bewegung, Leben und den Blues nach. Judith Butler entwickelt im Dialog mit ihrer Gesprächspartnerin mit Handicap eine Reflektion über Körperlichkeit, nicht Genormtes, das Helfen und das Aufeinandertreffen von Gegensätzen überhaupt. Weiter kommen zu Wort: Avital Ronell, Kwame Anthony Appiah und Martha Nussbaum. Und das Enfant terrible der Szene Slavoj Sizek vollzieht einen Tour-de-Force-Monolog über Ökologie und das entäußern von Müll, passender Weise auf einer Müllhalde. Amüsantes und Entspanntes am Zahn der Zeit.
Läuft: Freitag, 02.10., 19:15 Uhr, 3001 (englische O)

LOST PICTURES –  LOST MEMORY? Die Ruine des tatsächlich existierenden Grand Hotels „Angst“ wird der metaphorisch zu verstehende Schauplatz für Benjamin Geissler’s intuitives Nachdenken über Totalitarismus, Widerstehen und die anthropologische Grundstruktur des Menschen sich mafiösen Strukturen zu unterwerfen. Dabei stand Giordano Bruno und seine Vorstellung von der Kunst der Erinnerungstechnik Pate für die Struktur des Films. Und wie drückte es der Freidenker des 16. Jahrhunderts, der in Rom auf dem Scheiterhaufen endete, aus „.. machen Sie es ruhig für die Erinnerung, aber auch für Ihre Urteilskraft wird es von großem Vorteil sein…“ Das kann man jedem Zuschauer von Benjamin Geissler’s Versuch Welt -Kenntnis nicht nur zu erwerben, sondern auch zu hinterfragen, mit auf den Weg geben. Läuft: Freitag, 02.10., 21:30 Uhr, ZEISE 2 (mehrsprachig mit U)
Text: Meike Gastner

Filmfest Hamburg - TEHRAN WITHOUT PERMISSION von Sepideh Farsi

Bloged in Filmfest Hamburg 2009 von admin Freitag Oktober 2, 2009

Die Regisseurin Sepideh Farsi hat ausschließlich mit Handykamera gedreht. So ist ein sehr persönlicher und direkter Film entstanden. Es wird der Alltag in Teheran gezeigt. Das getrennte öffentliche Leben von Mann und Frau. Eine auf die Welt hin offene iranische Jugend. Aber auch die Heuchelei, die daraus entsteht, dass man zwei Gesichter hat: eins für die Öffentlichkeit und eins, das man im privaten Raum pflegt. Dabei sind Taxis ein sehr kurioser Zwischenraum, der viele Geschichten zurückläßt. Moderne Geschichten aus Tausend-und-einer-Nacht wie die Regisseurin am Sonntag im METROPOLIS erläuterte.
Ein unbedingt zu empfehlender Film, gedreht vor den Unruhen nach der Wahl, aber das Klima ist bereits zu erkennen und zum Schluß werden noch Stills aus der letzten Zeit eingeblendet. Sehr deutlich sind auch zwei populäre Hip-Hop-Songs am Anfang und am Ende von TEHRAN WITHOUT PERMISSION, die den Film quasi einrahmen.  Erlaubt sind die im Iran sicher nicht, sie machen aber die Untergrundstimmung dort deutlich.
Meike Gastner

Filmfest Hamburg - RAMATA von Leandre-Alain Baker

Bloged in Filmfest Hamburg 2009 von admin Freitag Oktober 2, 2009

Ramata wird eher vergewaltigt als verführt. Aber irgendwie kommt sie auf den Geschmack. Sie sucht nach Leidenschaft, aber das, was sie erreicht, ist der Verlust der Welt, wie sie sie kennt. Die Bourgeoisie im Senegal, die das Geschehen im Land regelt, ist eine vom normalen Volk sehr isolierte Schicht. Ramata ist ein sehr abgehobenes Exemplar dieser Elite. Ähnlich wie Madame Bovary sucht Ramata nach der Erfüllung in der Liebe. Und scheitert. Eine Frau, die nichts anderes gelernt hat, als ihre Schönheit einzubringen. Folgerichtig wurde sie die Frau eines Ministers. Sie lebt in dem üblichen goldenen Käfig. Unfähig, ihr glückliches Schicksal zu erkennen, zu dem sie selber nicht sehr viel einbringen mußte. Was sie aber durch das Zusammentreffen mit dem jüngeren Mann erfährt, ist, dass ihr etwas fehlt. (weiterlesen…)

Filmfest Hamburg - CARCASSES von Denis Cote

Bloged in Filmfest Hamburg 2009 von admin Freitag Oktober 2, 2009

Ein Außenseiterfilm in jeder Hinsicht. Nicht nur die Personen auch die Form des Filmens ist verstörend anders. Jean-Paul Colmor ist 74 Jahre alt und sammelt Altmetall jeder Art. Wie ein Gärtner verrichtet er sein Tagwerk auf seinem Schrottplatz am Rande von Montreal. Es gibt immer etwas zu tun. Und Besucher seines Domizils werden in der Regel fündig. Denis Coté wählt in seinem neuen Film einen Stil, der zwischen Dokumentarfilm und Fiktion angesiedelt ist. (weiterlesen…)

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