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Versailles von unten

Bloged in Film in der Kritik, Filmfest Hamburg 2008 von admin Donnerstag Oktober 2, 2008

Versailles (c) Les Film Du LosangeWas assoziiert man noch mal mit Versailles? Ludwig XIV. und einen prächtigen Lebensstil. Durch einen Reichtum getragen, der die Bevölkerung ausgebeutet hat. Nach der Betrachtung von Pierre Schoellers Film VERSAILLES sieht man da eine Parallele. Jenseits der Touristenroute, im Wald verborgen, haust eine Kommune von Obdachlosen. Dem Wetter und der Nahrungssuche ausgesetzt. Aber eine Gemeinde, die sich gegenseitig hilft. Im Zentrum: der kleine Enzo. Seine junge Mutter Nina ist verzweifelt. Sie leben auf der Strasse. Die Frau sucht einen Ausweg aus der Misere. Sie lässt Enzo bei Damien - einer Zufallsbekanntschaft - in seiner Waldhütte zurück. Durch das unstete Leben derjenigen, die am Rande der Gesellschaft leben, geht ihr Plan aber nicht ganz auf. Nina verliert Enzo aus den Augen. Anfangs mit der Situation überfordert, beschützt Damien den kleinen Enzo und sucht im Dschungel französischer Gesetze und
Bestimmungen etwas Bleibendes für das Kind.
Pierre Schoeller ist mit VERSAILLES eine anrührende und präzise Erzählung über Menschen gelungen, die durch das soziale Netz gefallen sind und sich trotzdem um ein würdevolles eigenes Leben bemühen. Jenseits dessen, was man Sozialkitsch nennt! Die Schauspieler Guillaume Depardieu, Judith Chemla und der Stepke Max Baisette de Malglaive tragen den Film lange ohne viele Worte. Bis man der Gesellschaft schließlich doch die Stirn zeigen muss.
Text: Meike Gastner

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